16 March 2026, 16:37

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund hält an

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus-Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund hält an

Immer weniger Einwohner Nordrhein-Westfalens treten aus der katholischen und der evangelischen Kirche aus. Die offiziellen Zahlen für 2025 zeigen einen leichten Rückgang der Austritte im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt der langfristige Trend ein schwindender Mitgliederbestand – die Zahlen sinken seit einem Jahrzehnt kontinuierlich.

2025 verließen 84.440 Menschen formal die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen, ein leichter Rückgang gegenüber 86.946 im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte von 160.469 im Jahr 2024 auf 152.783 im Jahr 2025. Trotz dieser Verlangsamung schrumpft die katholische Gemeinschaft im Land weiter: von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen Gläubige.

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Kirchenaustritte deutlich an, besonders in den Jahren 2021 und 2022. Diese Spitzenwerte folgten auf Finanzskandale und die Aufdeckung weitverbreiteter Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche. Weitere Gründe sind die zunehmende Säkularisierung, eine nachlassende religiöse Bindung vor allem bei jüngeren Menschen sowie Unmut über die Haltung der Kirchen zu gesellschaftlichen Themen. Auch Änderungen bei der Kirchensteuer spielten eine Rolle.

Nicht alle Nachrichten sind für das Erzbistum Köln negativ. Die Diözese verzeichnete 2025 weniger Austritte und gleichzeitig einen Anstieg der Erwachsenentaufen sowie der Gottesdienstbesucher. Generalvikar Guido Assmann wertete diese Entwicklungen als vorsichtige Hoffnungsschimmer. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete solche Trends als oberflächlich. Er warnte, dass trotz kleiner Fortschritte ein tiefes Misstrauen gegenüber der Institution bestehe.

Die aktuellen Daten bestätigen eine allmähliche Verlangsamung der Austrittswelle, doch der Mitgliederschwund hält an. Zwar verzeichnen einige Bistümer ermutigende Signale wie steigende Gottesdienstbesucherzahlen, doch Kritiker betonen, dass die grundlegenden Probleme ungelöst bleiben. Die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die religiöse Landschaft der Region sind noch nicht absehbar.

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