16 March 2026, 10:38

Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühr für Millionen Besucher

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittene Eintrittsgebühr für Millionen Besucher

Kölner Dom könnte bald Eintritt verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, sorgt mit ihren Plänen bereits für Kritik – sowohl bei Fachleuten als auch in der Öffentlichkeit.

Die für den Dom zuständigen Stellen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Der Schritt folgt auf jahrelange finanzielle Belastungen des historischen Bauwerks.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, lehnt die Idee entschieden ab. Sie bezeichnete die geplante Gebühr als "sehr problematisch" und warnte davor, dass sie den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken könnte. Zudem betonte Schock-Werner, dass eine solche Abgabe den offenen und inklusiven Charakter des Doms verändern könnte.

In Deutschland stießen ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit auf massive Ablehnung. 2023 unterzeichneten über 100.000 Menschen eine Petition gegen Eintrittsgelder für den Kölner Dom. Auch die Pläne, 2024 am Lübecker Holstentor eine Gebühr zu erheben, lösten Medienproteste und öffentliche Empörung aus. Viele fürchten, dass eine zunehmende Kommerzialisierung das kulturelle Erbe und die Zugänglichkeit gefährden könnte.

Schock-Werner räumte zwar ein, dass zusätzliche Einnahmen nötig seien, argumentierte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr die Bedeutung des Doms für die Stadt Köln schwächen könnte. Stattdessen forderte sie die Verantwortlichen auf, nach alternativen Lösungen zu suchen.

Die Debatte über die Eintrittsgebühr hält an, während die Behörden finanzielle Notwendigkeiten gegen öffentliche Bedenken abwägen. Frühere Versuche, an deutschen Wahrzeichen Eintritt zu verlangen, scheiterten oft am Widerstand der Bevölkerung. Die endgültige Entscheidung über die Gebühr im Kölner Dom könnte wegweisend dafür sein, wie ähnliche Stätten künftig den Spagat zwischen Finanzierung und Zugänglichkeit meistern.

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