Moers erhält seltene Buber-Rosenzweig-Medaille für interreligiösen Dialog
Gaby WernerMoers erhält seltene Buber-Rosenzweig-Medaille für interreligiösen Dialog
Moers wurde für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog mit einer seltenen Auszeichnung geehrt. Die Stadt erhielt die Buber-Rosenzweig-Medaille, eine Ehrung, die seit 1986 nur an wenige deutsche Städte und Persönlichkeiten verliehen wurde. Die Würdigung erfolgte im Rahmen einer Veranstaltung, bei der Bürgermeisterin Julia Zupancic auch ihre offizielle Schirmherrschaft über die örtliche Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bekannt gab.
Im selben Rahmen stellte die Gesellschaft eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" vor, die die jüdische Geschichte der Stadt und ihre noch erhaltenen Zeugnisse dokumentiert.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers setzt sich seit Langem für den interreligiösen Austausch ein. Dank ihrer bundesweiten Vernetzung gelang es, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille für die Stadt zu gewinnen. Zu den bisherigen Preisträgern in Deutschland zählen unter anderem Köln, wo in diesem Jahr Christian Rutishauser ausgezeichnet wurde, sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2020.
Bürgermeisterin Zupancic begrüßte die Vorstandsmitglieder der Gesellschaft und betonte ihr Engagement für die Bewahrung des jüdischen Erbes in Moers. Zudem versprach sie, sich gegen Antisemitismus in der Gemeinde einzusetzen. Die Veranstaltung markierte zugleich den offiziellen Beginn ihrer Schirmherrschaft über die Organisation.
Ein Höhepunkt der Zusammenkunft war die Präsentation der Broschüre "Spuren jüdischen Lebens", die für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen in Moers erhältlich ist. Die Publikation beleuchtet die frühe Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt sowie die wenigen noch sichtbaren Spuren aus dieser Zeit. Zudem werden Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk porträtiert, die vor der NS-Zeit in Moers wirkten.
Ein zentrales Anliegen der Gesellschaft bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Regelmäßige Projekte mit ortsansässigen Schulen sollen das Gedenken an das jüdische Leben wachhalten. Die Auszeichnung selbst würdigt zwei prägende Persönlichkeiten: Heinz Kremers und Nikolaus Schneider, die sich seit Jahrzehnten für den christlich-jüdischen Dialog in der Region einsetzen.
Mit der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille reiht sich Moers in den Kreis ausgewählter deutscher Städte ein, die für ihr interreligiöses Engagement geehrt wurden. Die Veröffentlichung der Broschüre und die Schirmherrschaft der Bürgermeisterin unterstreichen das anhaltende Bemühen um Bildung und Erinnerung. "Spuren jüdischen Lebens" ist ab sofort für drei Euro an verschiedenen öffentlichen Stellen in der Stadt erhältlich.






