Solingen streitet über geplante ABC-Klassen bis 2029 – Fördermodell oder Risiko für Kitas?
Gaby WernerSolingen streitet über geplante ABC-Klassen bis 2029 – Fördermodell oder Risiko für Kitas?
Pläne für ABC-Klassen in Nordrhein-Westfalen bis 2028/29 sorgen in Solingen für Diskussionen
Die geplante Einführung von ABC-Klassen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bis zum Schuljahr 2028/29 hat in Solingen eine Debatte ausgelöst. Lokale Politiker von CDU und Grünen äußern trotz der Erfolgsbilanz in Hessen Bedenken hinsichtlich der Umsetzung des Modells. Zwar zielt der Vorschlag auf eine frühe Sprachförderung ab, doch gibt es Kritik an möglichen Störungen der bestehenden Kita-Strukturen.
Das ABC-Klassen-Modell der NRW-Landesregierung, das sich an das hessische Vorbild anlehnt, setzt auf gezielte Sprachförderung außerhalb des regulären Kita-Betriebs. Studien belegen langfristige kognitive und soziale Vorteile für Kinder in solchen Programmen. Doch Solinger Politiker argumentieren, dass es schädlich sein könnte, die Kinder aus ihren vertrauten Kita-Abläufen herauszulösen.
Jessica Schliewe von den Grünen betont, dass Sprachkompetenzen am besten in vertrauten Beziehungen und im täglichen Miteinander der Kitas entwickelt werden. Maja Wehrmann, ebenfalls von den Grünen, warnt davor, dass eine Trennung der Kinder von ihren Gruppen den Lernprozess stören und zu Stigmatisierung führen könnte. Die CDU teilt diese Sorgen: Simone Lammert verweist auf die Gefahr, ein paralleles Fördersystem zu schaffen, statt die bestehenden Strukturen zu stärken.
Beide Parteien unterstützen zwar das Ziel, die Sprachfähigkeiten der Kinder zu verbessern, kritisieren aber das Fehlen klarer Planungen. Lokale Behörden wissen nicht, wie das neue Modell in die aktuellen Strukturen integriert werden soll, was die Vorbereitungen erschwert. Stattdessen fordern sie eine engere Abstimmung zwischen Land und Kommunen sowie eine Überarbeitung des ABC-Klassen-Konzepts, um eine praxisnahe, in den Kita-Alltag eingebettete Förderung zu gewährleisten.
Die Diskussion in Solingen spiegelt eine grundsätzliche Unsicherheit über die Einführung der ABC-Klassen wider. Ohne konkretere Vorgaben stockt die lokale Planung. Die Politiker bestehen darauf, dass neue Maßnahmen die bestehende Kita-Förderung ergänzen – und nicht ersetzen – müssen, um Zersplitterung zu vermeiden und eine wirksame Sprachentwicklung der Kinder zu garantieren.






