23 March 2026, 06:33

"Sünderwäldchen": Warum ein kleines Waldstück bei Hambach jetzt gerodet wird

Schwarzes und weißes Foto eines Kohlebergwerks mit Gebäuden, Pfählen und Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Was Sie über die Räumung des 'Sündigen Waldes' wissen müssen - "Sünderwäldchen": Warum ein kleines Waldstück bei Hambach jetzt gerodet wird

"Sünderwäldchen": Kleiner Wald bei Hambach soll gerodet werden – Debatten um Naturschutz entfacht

Ein kleines Waldstück mit dem Namen "Sünderwäldchen" soll in der Nähe des rheinischen Braunkohletagebaus Hambach gerodet werden. Die geplante Abholzung hat erneut Diskussionen ausgelöst, die an die Konflikte während der Besetzung des Hambacher Forstes erinnern. Die Behörden haben die Fällarbeiten genehmigt; der Beginn ist für Anfang Oktober vorgesehen.

Das "Sünderwäldchen" liegt östlich des Hambacher Forstes und blickt auf eine farbenfrohe Geschichte zurück. Lokale Legenden besagen, es habe einst als geheimen Treffpunkt für die Dorfjugend gedient. Anders als der Hambacher Forst steht das kleinere Waldgebiet nicht unter dem Schutz des "Braunkohle-Kompromisses" von 2020, der seinen größeren Nachbarn vor der Abholzung bewahrte.

Im Januar entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Rodung rechtmäßig ist. Das Gericht sah keine Verstöße gegen Artenschutzbestimmungen, insbesondere in Bezug auf die Bechsteinfledermaus. Der Energiekonzern RWE versichert, alle notwendigen Genehmigungen – einschließlich artenschutzrechtlicher Prüfungen – lägen vor. Das Unternehmen argumentiert, der abgebauten Kies diene der Böschungsstabilisierung für einen künftigen See, der Teil der Umgestaltungspläne des Tagebaus bis 2030 ist.

Kritiker, darunter die Umweltorganisation BUND NRW, lehnen das Vorhaben ab. Sie betonen, es handele sich um ein funktionsfähiges Ökosystem, und stellen die Notwendigkeit der Zerstörung infrage. Einige vermuten, das abgebauten Material könnte stattdessen für eine Yachthafen-Anlage genutzt werden. Der BUND NRW verweist zwar auf den symbolischen Wert des Waldes, räumt jedoch ein, dass dieser Konflikt unabhängig von der übergeordneten Debatte um den Braunkohleabbau stehe.

Ab dem 1. Oktober ist die Fällung der Bäume erlaubt. Die Stadt Kerpen hat den Zutritt zum Gebiet bereits untersagt; ab dem 20. Oktober soll die Polizei die Sperrung durchsetzen. RWE hält das Projekt aus Sicherheitsgründen für unverzichtbar, während Gegner darin einen weiteren Verlust natürlicher Lebensräume sehen.

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Die Rodung des "Sünderwäldchens" wird unter gerichtlicher Genehmigung und polizeilicher Aufsicht voranschreiten. RWEs Pläne für den Kiesabbau und die Böschungssicherung bleiben im Zeitplan. Unterdessen fordern Umweltverbände weiterhin alternative Lösungen und stellen die Entscheidung infrage.

Quelle