Verschollener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren überraschend zurück
Joseph HölzenbecherVerschollener Hofbräuhaus-Krug kehrt nach 50 Jahren überraschend zurück
Ein seit langem verschollener Bierkrug des Münchner Hofbräuhauses kehrt nach einem halben Jahrhundert zurück
Ein seit Jahrzehnten vermisster Bierkrug aus dem berühmten Münchner Hofbräuhaus ist nach über 50 Jahren wieder an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Ein englischsprachiger Tourist, der den Krug 1976 mitgenommen hatte, schickte ihn kürzlich zusammen mit einer kleinen Geldsumme zurück. Solche Rückgaben sind zwar selten, kommen aber dennoch einige Male pro Jahr vor.
Die Geschichte begann 1976, als der Besucher nach einem geselligen Abend im Hofbräuhaus versehentlich einen der ikonischen Ein-Liter-Krüge mitnahm. Jahrzehnte später entschied sich der Tourist, den Krug zusammen mit 20 Euro als verspätete Wiedergutmachung zurückzugeben. Das Wirtshaus führt zwar keine Statistik über fehlende Krüge, doch es gibt Diebstahlschutzmaßnahmen, um solche Vorfälle zu verhindern.
Ähnliche Fälle tauchen hin und wieder auf. So brachte 2020 eine Amerikanerin einen gestohlenen Krug nach 55 Jahren an das benachbarte Wirtshaus Platzl zurück. Die meisten zurückgegebenen oder entschädigten Krüge – über 90 Prozent in den letzten Jahren – werden jedoch ohne Nachweis eines Diebstahls finanziell geregelt. Nur ein kleiner Teil, etwa 5 bis 10 Prozent, wird tatsächlich als gestohlenes Eigentum identifiziert.
Die 20 Euro, die der Tourist überwiesen hatte, kommen nun einem guten Zweck zugute: Das Hofbräuhaus hat beschlossen, das Geld an die Initiative "Bunte Münchner Kindl" zu spenden, die sich für Kinder in München engagiert.
Der zurückgegebene Krug reiht sich in die kurze Liste ähnlicher Rückgaben ein, die jedes Jahr stattfinden. Zwar erfasst das Hofbräuhaus keine einzelnen Verluste, doch die Geste zeigt, dass selbst nach Jahrzehnten manche Dinge wieder an ihren rechtmäßigen Ort zurückfinden. Die Spende an die Hilfsorganisation stellt sicher, dass die Zahlung des Touristen den jüngeren Münchner Bürgern zugutekommt.