Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug als teuren Irrweg

Gaby Werner
Gaby Werner
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Ein deutsches Weltkriegspropagandaplakat mit einer Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft, mit Text, der die Flugzeuge und ihre Fähigkeiten beschreibt.Gaby Werner

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug als teuren Irrweg

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die Pläne Deutschlands zur Entwicklung eines eigenen Kampfflugzeugs scharf kritisiert. Er bezeichnet das Vorhaben als Ressourcenverschwendung und warnt, dass eine Umsetzung erst gegen Ende der 2040er-Jahre möglich wäre. Seine Äußerungen stehen im Widerspruch zu Branchenvertretern, die stattdessen auf eine europäische Partnerschaft setzen.

Enders sprach von "industriepolitischer Hybris" und einer "kolossalen Fehlallokation von Ressourcen" im Zusammenhang mit einem deutschen Alleingang. Zwar räumte er ein, dass Deutschland über das technische Know-how für den Bau eines eigenen Jets verfüge, betonte jedoch die enormen Kosten und Verzögerungen, die damit verbunden wären. Die Entscheidung aus dem Jahr 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, bezeichnete er als "strategischen Fehler".

Der Streit spiegelt den langjährigen Konflikt zwischen Airbus und dem französischen Hersteller Dassault um die Führung beim FCAS-Projekt wider. Enders' Position bringt ihn in Opposition zum Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), zur Gewerkschaft IG Metall und zum aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury, die sich für eine Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden aussprechen.

Statt auf bemannte Kampfflugzeuge zu setzen, plädiert Enders dafür, dass die Zukunft der militärischen Luftfahrt in autonomen, KI-gesteuerten Drohnensystemen liege. Er fordert Deutschland auf, in diese Technologien zu investieren, anstatt in herkömmliche Kampfflugzeugprogramme. Gleichzeitig warnt er davor, einfach auf amerikanische Plattformen zu setzen, und betont die Notwendigkeit, die industrielle und technologische Basis Europas zu stärken.

Als Alternative schlägt Enders vor, dass Deutschland dem britischen GCAP-Programm beitreten oder mit Schweden kooperieren könnte. Dadurch wäre eine Beteiligung an der Entwicklung bemannter Kampfflugzeuge der nächsten Generation möglich – ohne die Risiken eines Alleingangs.

Enders' Warnungen unterstreichen die tiefen Gräben in der Debatte über die Zukunft der europäischen Kampfflugzeugstrategie. Sein Fokus auf autonome Drohnen steht im Kontrast zu Forderungen der Industrie nach einer Fortführung der Entwicklung bemannter Jets. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Kosten, Zeitpläne und die Frage, ob Deutschland nationale Projekte oder eine vertiefte europäische Zusammenarbeit priorisieren sollte.

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