Fünf Jahre Haft für vorsätzliches Überfahren der Tante bei Düsseldorfer Familienfehde

Joseph Hölzenbecher
Joseph Hölzenbecher
2 Min.
Eine Karikatur einer Gerichtsszene mit einer Gruppe von Menschen auf Stühlen und einem Mann in der Mitte, einem Tisch mit verschiedenen Gegenständen rechts und Text unten, der "Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged" lautet.Joseph Hölzenbecher

Frau absichtlich überfahren: Fünf Jahre Haft - Fünf Jahre Haft für vorsätzliches Überfahren der Tante bei Düsseldorfer Familienfehde

Ein 22-jähriger Mann ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er seine Lebensgefährtin Tante in Düsseldorf vorsätzlich überfahren hatte. Der Angriff ereignete sich während eines Straßenfests im September 2021 und hat eine ohnehin schon erbitterte Fehde zwischen den beiden betroffenen Familien weiter verschärft.

Die Tat geschah am 7. September 2021, als der Angeklagte die Frau mit seinem Auto überfuhr, während sie wehrlos am Boden lag. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass er mit Tötungsabsicht handelte, und verurteilte ihn wegen versuchten Totschlags. Neben der Haftstrafe wurde er dazu verpflichtet, der Verletzten 9.000 Euro Schadensersatz zu zahlen.

Der Prozess selbst war von Gewalt überschattet. Im Flur des Gerichtsgebäudes brach eine Massenschlägerei zwischen Angehörigen beider Seiten aus, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Aufgrund des anhaltenden Familienkonflikts wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die Verkündung des Urteils massiv verstärkt.

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert, während der Anwalt der Geschädigten sechs Jahre und acht Monate sowie 24.000 Euro Schadenersatz verlangte. Die Verteidigung plädierte hingegen für eine Bewährungsstrafe und verwies auf die fast sechs Monate Untersuchungshaft des Angeklagten sowie auf seine Rolle als junger Vater zweier Kinder. Sein Anwalt hat inzwischen angekündigt, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Das Opfer war die Tante der Lebensgefährtin des Angeklagten, mit der er nach Romani-Brauch verheiratet ist. Der Fall hat die Spannungen zwischen den verfeindeten Familien weiter verschärft.

Mit dem Urteil ist ein gewalttätiges Kapitel vorerst abgeschlossen, das die seit Langem schwelenden Konflikte noch einmal zugespitzt hat. Der Verurteilte muss fünf Jahre ins Gefängnis, doch das Berufungsverfahren könnte das Urteil noch ändern. Unterdessen bleiben die Familien in ihrem Streit verstrickt – eine Lösung ist nicht in Sicht.

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