Menden gedenkt ermordeter Sinti und Roma mit neuem Mahnmal gegen das Vergessen

Joseph Hölzenbecher
Joseph Hölzenbecher
2 Min.
Ein steinernes Denkmal auf einer Rasenfläche, umgeben von einem Metallzaun und geschmückt mit Blumensträußen, mit Bäumen, Häusern und einer Wand im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel, als Holocaust-Gedenkstätte in Sibiu, Rumänien.Joseph Hölzenbecher

Menden gedenkt ermordeter Sinti und Roma mit neuem Mahnmal gegen das Vergessen

Neues Mahnmal in Menden ehrt Sinti und Roma als Opfer der NS-Verfolgung

Die offizielle Einweihung des Denkmals findet am Montag, dem 9. März 2026, um 17:00 Uhr statt. Bei der Gedenkfeier wird der ermordeten Opfer gedacht – darunter 46 Sinti aus Menden, die im KZ Auschwitz-Birkenau ums Leben kamen.

Im Mittelpunkt des Mahnmals steht ein gespaltener Findling, der sowohl das erlittene Leid als auch den Widerstandswillen symbolisiert. Lokale Würdenträger, Vertreter:innen der Überlebenden und Schulkinder gestalten die Feier mit und verbinden so Erinnerung mit pädagogischer Vermittlung.

Das Denkmal besteht aus einem großen, in zwei Hälften geteilten Findling – eine bewusste künstlerische Entscheidung, die Trennung und zugleich Zusammengehörigkeit versinnbildlicht. Die Zeremonie beginnt in der St.-Vinzenz-Kirche mit einem Gottesdienst, bevor die eigentliche Einweihung im Freien auf dem Kirchplatz stattfindet.

Bürgermeisterin Manuela Schmidt eröffnet die Veranstaltung, begrüßt die Gäste und erläutert die Bedeutung des Mahnmals für die Erinnerungskultur Mendens. Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen, wird in seiner Rede an die Verfolgung von einer halben Million Sinti und Roma durch das NS-Regime erinnern.

Unter den Opfern waren auch 46 Sinti aus Menden – darunter Mütter und 23 kleine Kinder. Sechs dieser Kinder gerieten in die Hände von Josef Mengele, dem berüchtigten Lagerarzt. Als Ehrengast nimmt Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei, an der Veranstaltung teil.

Mitwirken werden zudem Pfarrer Jürgen Senkbeil, Schüler:innen der Initiative "augen auf!" sowie Viertklässler:innen der Anne-Frank-Grundschule. Ihre Beteiligung unterstreicht, wie wichtig es ist, das historische Gedächtnis an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Das Mahnmal steht als dauerhafte Mahnung gegen das Unrecht, das Sinti und Roma erleiden mussten. Es ergänzt die bestehenden Gedenkstätten Mendens und sorgt dafür, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten. Die Feier am 9. März 2026 ist zugleich eine Hommage und ein Bekenntnis zur Aufklärung über dieses dunkle Kapitel der Geschichte.

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