Rosenmontag in Rottweil: Wie die Fasnet mit Hexen, Teufeln und Stangenhüpfen Geschichte lebendig macht

Joseph Hölzenbecher
Joseph Hölzenbecher
2 Min.
Eine lebendige Karnevalsszene mit verschiedenen Fahrgeschäften, Buden, Menschen, Pfählen und Lichtern vor einem Hintergrund aus Bäumen und einem bewölkten Himmel, mit einem Wasserzeichen.Joseph Hölzenbecher

Karnevalssturm trifft Rottweil - wild, bunt und unerschütterlich - Rosenmontag in Rottweil: Wie die Fasnet mit Hexen, Teufeln und Stangenhüpfen Geschichte lebendig macht

Tausende Schaulustige trotzten eisigen Temperaturen, um am Rosenmontag das schwäbisch-alemannische Fasnetsfest zu feiern. In Rottweil füllten sich die Straßen mit kostümierten Narren, als der traditionelle Narrensprung (Narrenhüpfen) die Tagesfeierlichkeiten eröffnete. Prächtige Masken, aufwendige Kostüme und waghalsige Auftritte prägten das in jahrhundertealten Bräuchen verwurzelte Spektakel.

Die Feiern begannen früh in Rottweil, wo Reiter und Blasorchester durch das historische Schwarze Tor der Stadt zogen. Die Menge verfolgte gebannt, wie die berühmten Rottweiler Narren ihre markanten Stangenhüpfe mit langen Holzstangen vollführten. Später verbreiteten sich die Festlichkeiten bis nach Schramberg, wo Dutzende verkleidete Gruppen in geschmückten Holzbütten die Schiltach hinabrasten.

Die Kostüme, Häs genannt, kombinieren kunstvoll geschnitzte Holzmasken mit detailreichen Gewändern. Viele Figuren entstammen lokalen Sagen, wie die Hexen (Hexen) der Ortenau, die an die Hexenverfolgungen des 17. Jahrhunderts erinnern – darunter die Hinrichtung der Anna Schilling im Jahr 1628. Andere, wie die Teufel (Teufel) von Triberg oder die Garbenstrickle aus Kornwestheim, spiegeln Innovationen des 19. und 20. Jahrhunderts wider. Manche Traditionen vermischen sogar rheinische Einflüsse und zeigen Prinzen, Prinzessinnen und Tanzgruppen.

Die Wurzeln dieser Bräuche reichen bis ins 14. bis 16. Jahrhundert zurück, mit Aufzeichnungen über Narrenkleider in Triberg (1525) und frühen Zünften wie der Narrenzunft (1549). Spätere Ergänzungen wie das Baptischtli (Mitte des 19. Jahrhunderts) symbolisierten Widerstand, während andere, etwa die Früchtle, erst in den 1970er-Jahren entstanden. Mythen vom Vertreiben des Winters, lokale Sagen wie die Randenwölfe von Nordhalden oder Figuren aus der Kirchzartener Folklore prägten die Traditionen ebenfalls.

Das schwäbisch-alemannische Fasnetsfest zeigte einmal mehr seine tiefen kulturellen Wurzeln und lebendige Ausgelassenheit. Von den waghalsigen Sprüngen in Rottweil bis zu den Flussrennen in Schramberg verbanden die Veranstaltungen Geschichte, Volksglauben und Gemeinschaft. Die Feiern setzen sich als Teil der vorösterlichen Fastnachtsbräuche der Region fort.

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