Mainzer "Dummer August"-Preis ehrt Clowns-Tradition mit modernem Humor

Meinolf Barkholz
Meinolf Barkholz
2 Min.
Ein Zirkusposter mit zwei Clowns in bunten Kostümen mit fröhlichen Gesichtern, begleitet von Text, der den Zirkus und seine Künstler beschreibt.Meinolf Barkholz

Mainzer "Dummer August"-Preis ehrt Clowns-Tradition mit modernem Humor

Ein neuer Preis in Mainz bringt eine uralte Tradition ins heutige Zeitalter

Der "Dummer August"-Preis, ins Leben gerufen vom Verein "Rettet das Römische unsere Website", würdigt Persönlichkeiten, die Humor, Originalität und kindliche Unschuld vereinen. Erster Preisträger ist der linke Stadtrat Martin Malcherek, der für seinen unkonventionellen Ansatz und mutigen Geist ausgezeichnet wurde.

Clowns blicken auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die römische Antike reicht. Mindestens vier verschiedene Typen unterhielten damals das Publikum – jeder mit eigenen Besonderheiten. Nun findet dieses jahrhundertealte Erbe in einem modernen Preis neuen Ausdruck.

Die Wurzeln der Clownskunst reichen bis zu römischen Figuren wie dem Centunculus, einem Vorläufer des heutigen weißen Clowns mit rotem Mund und leuchtender Nase. Ein weiterer antiker Typus, der Stupidus, kündigte bereits den tollpatschigen "Dummen August" an – eine beliebte Zirkusfigur, die durch Stolpern und absurde Grimassen bekannt wurde. Diese frühen Clowns waren mehr als nur Unterhalter; oft sprachen sie unangenehme Wahrheiten aus, ähnlich wie die Narren späterer Karnevalstraditionen.

Auch der Mainzer Karneval hat stets eine Vielfalt an Spaßmachern hervorgebracht – von scharfzüngigen Satirikern bis zu feinsinnigen Kritikern. Der "Dumme August" jedoch hebt sich ab, indem er Verletzlichkeit zeigt und sich der Lächerlichkeit aussetzt. Eine Rolle, die Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), als unverzichtbar bezeichnet. Loomans, verkleidet als der würdevoll-weiße Clown Bajazzo, überreichte den Preis und betonte, wie der "Dumme August" durch scheiterndes Spiel die Last der Welt offenbart.

Die Auszeichnung ehrt Menschen, die Kreativität mit einer Prise Naivität verbinden. Die Preisträger müssen Originalität, Humor und den Mut beweisen, Konventionen zu brechen – Eigenschaften, die den Geist antiker Clowns widerspiegeln. Malchereks Auswahl als erster Preisträger unterstreicht die moderne Relevanz des Preises und ehrt zugleich eine Tradition, die sich über Jahrtausende entwickelt hat.

Der "Dumme August"-Preis schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und belebt eine Kunstform der Römerzeit für das heutige Publikum. Indem er Persönlichkeiten wie Malcherek würdigt, bewahrt die Auszeichnung die Rolle des Clowns als Unterhalter und Wahrheitsverkünder. Die Tradition lebt weiter – ein Beweis dafür, dass Humor und Kühnheit zeitlos sind.

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