Markus W. erhält Solidarität – doch Gil Ofarim zahlt die 20.000 Euro bis heute nicht

Meinolf Barkholz
Meinolf Barkholz
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Ein hellgelbes Plakat mit einem weißen Rand, das eine Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt, die fröhlich lächeln, und den fetten schwarzen Text "Arbeitgeber spart auf Kosten der Gesellschaft."Meinolf Barkholz

Hotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Markus W. erhält Solidarität – doch Gil Ofarim zahlt die 20.000 Euro bis heute nicht

Markus W., der Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 von dem Sänger Gil Ofarim fälschlich des Antisemitismus beschuldigt worden war, erhält nach Ofarims Verurteilung breite öffentliche Unterstützung. Eine Crowdfunding-Kampagne wurde kürzlich ins Leben gerufen, um ihm zu helfen – während Ofarim die 20.000 Euro aus dem außergerichtlichen Vergleich noch immer schuldet.

Der Fall hat bundesweit Initiativen gegen Hass im Netz und juristische Hilfsangebote für Opfer von Antisemitismus angestoßen.

Die Kontroverse begann im Oktober 2021, als Ofarim Markus W. vorwarf, ihm in einem Leipziger Hotel aus antisemitischen Gründen die Bedienung verweigert zu haben. Die öffentliche Meinung stand der Anschuldigung zunächst skeptisch gegenüber, doch nach Ofarims Verurteilung 2024 wegen falscher Anschuldigung, übler Nachrede und Nötigung wandelte sich die Stimmung. Das Gerichtsurteil bestätigte die Unschuld von Markus W. und löste eine Welle der Solidarität aus.

In der Folge gründeten Opferhilfeorganisationen in Deutschland 2022 das Nebenklage-Netzwerk Antisemitismus, das Betroffenen juristische Unterstützung bietet. Ein Jahr später startete die Bundesregierung die Kampagne Digitaler Mut gegen Hass im Internet; für 2025 sind zusätzliche Fördermittel für Geschädigte vorgesehen.

Ofarim hingegen verdiente 2023 durch seinen Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! rund 400.000 Euro, darunter 100.000 Euro Siegprämie. Dennoch hat er die vereinbarten 20.000 Euro Entschädigung an Markus W. bis heute nicht gezahlt.

Mittlerweile hat eine Social-Media-Influencerin eine Spendenaktion für Markus W. gestartet. Dieser möchte das Geld für Zeit mit seiner Familie verwenden sowie an HateAid – eine Organisation, die sich gegen digitale Gewalt engagiert – und an die Leipziger Initiative Minilöwen spenden, die Frühchen und kranke Neugeborene unterstützt.

Der Fall hat nachhaltige Wirkung gezeigt: Er stärkt den rechtlichen Schutz für Opfer falscher Beschuldigungen und von Hass im Netz. Während Markus W. nun auf öffentliche Rückendeckung zählen kann, bleibt Ofarims ausstehende Zahlung weiter ungeklärt. Die aus dem Vorfall hervorgegangenen Spenden und Kampagnen fördern zudem gesellschaftliche Projekte in ganz Deutschland.

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