Warum Patienten in Deutschland monatelang auf Fachärzte warten müssen – und wer daran verdient

Meinolf Barkholz
Meinolf Barkholz
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Eine Person zeigt auf ein GPS-Gerät auf dem Armaturenbrett eines Autos, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.Meinolf Barkholz

Warum Patienten in Deutschland monatelang auf Fachärzte warten müssen – und wer daran verdient

Patienten in Deutschland müssen weiterhin lange auf Facharzttermine warten – eine Besserung ist nicht in Sicht. Trotz staatlicher Reformen zur Verbesserung der Versorgung halten sich die Verzögerungen hartnäckig, und die finanziellen Belastungen für Ärzte bleiben ungelöst. Ein aktueller Bericht zeigt, wie weitverbreitet die Unzufriedenheit unter Hausärzten wegen ungerechter Abrechnungspraktiken und übermäßiger Arbeitsbelastung ist.

Das bestehende System ermöglicht es Fachärzten, dringende Überweisungen anzufordern – oft zu höheren Gebühren –, selbst wenn die medizinische Notwendigkeit fragwürdig ist. Allein in Nordrhein-Westfalen haben über 200 Hausärzte solche Forderungen gemeldet; bundesweit bestätigten rund 750 von 800 befragten Ärzten, auf ähnliche Probleme gestoßen zu sein. Zwar sind solche Überweisungen rechtlich zulässig, wenn sie medizinisch begründet sind, doch werden sie mitunter ausgenutzt, um die Einnahmen zu steigern.

Die Kontrolle dieser Überweisungen ist jedoch lasch: Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen zwar die Abrechnungen, bewerten die Patientenfälle aber nicht direkt. Hausärzte fühlen sich gezwungen, dringende Überweisungen ohne ausreichende Begründung auszustellen – was ihre Arbeitsbelastung zusätzlich erhöht. Sowohl der Bundesrechnungshof als auch der GKV-Spitzenverband kritisieren das System scharf: Es treibe die Kosten in die Höhe, ohne die Wartezeiten zu verkürzen.

Die Daten zeigen, dass Patienten derzeit durchschnittlich 42 Tage auf einen Facharzttermin warten. Trotz Reformen wie dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat sich an den Verzögerungen nichts geändert, und strukturelle Änderungen, die für 2028 geplant sind, liegen noch in weiter Ferne. Viele Hausärzte räumen ein, dass das System bei wirklich dringenden Fällen funktioniere, klagen jedoch über finanzielle Engpässe und den bürokratischen Aufwand in den Praxen.

Die von der Bundesregierung angekündigten Reformen zeigen bisher keine Wirkung – Patienten und Ärzte bleiben in einer schwierigen Lage. Da kurzfristige Lösungen fehlen, profitieren Fachärzte weiterhin von höheren Gebühren, während Hausärzte mit der zusätzlichen Arbeitslast kämpfen. Nun fordern Behörden und Krankenkassen zunehmend die Abschaffung der aktuellen Regelungen – mit der Begründung, sie seien ineffizient und verursachten unnötige Kosten.

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