10-MW-Elektrolyseanlage in Jülich: Grüner Wasserstoff auf der Suche nach Abnehmern

Joseph Hölzenbecher
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Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Maschendrahtzaun und Gras im Hintergrund, eines zeigt den Text 'Wasserstoff-betriebenes Fahrzeug'.Joseph Hölzenbecher

10-MW-Elektrolyseanlage in Jülich: Grüner Wasserstoff auf der Suche nach Abnehmern

Neue 10-MW-Elektrolyseanlage im Brainergy Park Jülich soll grünen Wasserstoff für den Kreis Düren produzieren

Im Brainergy Park in Jülich entsteht eine neue Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 10 Megawatt, die grünen Wasserstoff für die Region Düren mit ihren rund 270.000 Einwohnern liefern soll. Aktuell sind dort etwa 20 Wasserstoffbusse im Einsatz. Doch bleibt unklar, ob die Nachfrage die Kapazitäten und Kosten der Anlage rechtfertigt.

Die Anlage ist darauf ausgelegt, bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde – beziehungsweise etwa 1.577 Tonnen pro Jahr – zu erzeugen. Da die 20 Busse jedoch nur rund 72 Tonnen jährlich verbrauchen, würde die Anlage lediglich zu 4,6 bis 7,2 Prozent ausgelastet sein. Diese geringe Auslastung wirft Fragen nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit auf.

Die Betriebskosten für Wasserstoffbusse liegen zwischen 6,30 und 8,40 Euro pro Kilometer. Zum Vergleich: Dieselbusse verursachen Kosten von 0,87 Euro pro Kilometer, während batterieelektrische Modelle zwischen 0,25 und 0,27 Euro pro Kilometer kosten. Allein die Investitionskosten für die Anlage belaufen sich auf 69 Euro pro Kilogramm Wasserstoff, was die Gesamtproduktion auf 105 bis 140 Euro pro Kilogramm treibt.

Hinzu kommt, dass die Produktion des "grünen" Wasserstoffs je nach Strommix und Leckagen jährlich 43,9 bis 86 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Bus ausstößt. Ohne eine Verzehnfachung der Nachfrage droht das Projekt zu einem stranded asset – einer Fehlinvestition – zu werden. Gleichzeitig setzen große Verkehrsbetriebe in der Region stattdessen auf den Ausbau ihrer batterieelektrischen Flotten.

Erst kürzlich hat der Bundesrechnungshof eine Überprüfung der deutschen Wasserstoffstrategie angemahnt. Bisher haben sich in der Nähe des Brainergy Parks weder industrielle Großkunden noch gewerbliche Abnehmer zu langfristigen Abnahmeverträgen in nennenswertem Umfang verpflichtet.

Die Anlage in Düren steht vor Herausforderungen: Die geringe aktuelle Nachfrage und die hohen Betriebskosten belasten die Wirtschaftlichkeit. Ohne einen deutlichen Anstieg des Wasserstoffbedarfs bleibt ihre langfristige Zukunft ungewiss. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, neue Abnehmer zu gewinnen oder die regionale Wasserstoffnutzung deutlich auszubauen.

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