Deutsche zweifeln an der Krisenfestigkeit ihrer Wasser- und Abwassersysteme – nur 3 Prozent sehen gute Vorbereitung

Gaby Werner
Gaby Werner
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Eine Brücke mit einem "Vorsicht temporäre Wasserleitung"-Schild, Geländer, Bäumen, Gebäuden, einer Wasserrutsche und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Gaby Werner

Deutsche zweifeln an der Krisenfestigkeit ihrer Wasser- und Abwassersysteme – nur 3 Prozent sehen gute Vorbereitung

Eine neue YouGov-Umfrage zeigt, dass die meisten Deutschen Zweifel daran haben, ob die Wasser- und Abwassersysteme des Landes Krisen bewältigen können. Nur 3 Prozent der Befragten bewerten die Vorbereitung als "sehr gut", während 63 Prozent der Meinung sind, Deutschland sei schlecht oder überhaupt nicht auf solche Szenarien vorbereitet. Die größten Sorgen gelten Sabotage, Cyberangriffen und Extremwetter als zentrale Bedrohungen für die Informationssicherheit der Infrastruktur.

Experten werden sich auf dem anstehenden Kongress Security Under Control am 17. und 18. März in Duisburg mit diesen Herausforderungen befassen. Die Veranstaltung zielt darauf ab, praktische Lösungen zur Stärkung der Resilienz kritischer Wassersysteme vorzustellen.

Die Umfrage offenbart eine tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung hinsichtlich der Informationssicherheit. Zwei Drittel der Befragten fürchten physische Sabotageakte, und eine ähnlich hohe Zahl macht sich Sorgen über Cyberangriffe auf die Infrastruktur. Diese Bedrohungen – zusammen mit den Risiken durch Extremwetter – werfen Fragen nach der Fähigkeit Deutschlands auf, essenzielle Dienstleistungen zu schützen.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert einen Perspektivwechsel. Er betont, dass die Informationssicherheit der Wasserversorgung künftig als nationale Sicherheitsfrage behandelt werden müsse. Wolf Merkel vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) pflichtet ihm bei und unterstreicht die Notwendigkeit integrierter Strategien. Sein Ansatz kombiniert physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimawandelanpassung, um langfristige Informationssicherheit zu gewährleisten.

Der Kongress Security Under Control widmet sich unter anderem der Informationssicherheit von Betriebstechnik (OT), der NIS-2-Konformität und der Bedrohungserkennung. Thematisiert werden auch sichere Netzwerkarchitekturen, Zugriffsmanagement sowie anstehende Regularien wie der Cyber Resilience Act. Philipp Eisenmann, Ausstellungsleiter, sieht in der Veranstaltung eine Gelegenheit, Technologien und Best Practices für zukunftsfähige Wassersysteme zu präsentieren.

Parallel positioniert sich die IFAT München, eine Fachmesse für Umwelttechnologien, als weitere Plattform für Lösungen zur resilienten Infrastruktur. Beide Veranstaltungen wollen die Lücke zwischen politischen Debatten und der praktischen Umsetzung beim Schutz der Wasserversorgung schließen.

Die Umfrageergebnisse und die Warnungen von Experten unterstreichen die Dringlichkeit, die deutsche Wasserinfrastruktur zu stärken. Der Kongress Security Under Control und die IFAT München bieten Foren, um Lösungen in den Bereichen Informationssicherheit, physischer Schutz und regulatorische Compliance auszutauschen. Diese Schritte erfolgen vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Besorgnis über die Fähigkeit des Landes, Bedrohungen für seine Wassersysteme abzuwehren und darauf zu reagieren.

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